„Ich brauch das Essen zum Runterkommen“

Endlich Feierabend. Du kommst nach Hause und willst eigentlich nur noch eins: endlich entspannen.

Doch irgendetwas zieht dich wie magisch in die Küche. Du hast nicht mal die Jacke ausgezogen, öffnest erst mal den Kühlschrank und holst dir etwas zu Essen raus. Du isst es im Stehen. Hektisch. Und fragst dich schon beim Essen: „Warum tue ich das gerade?“

Vielleicht erkennst du dich in dieser kurzen Szene wieder. Mir selbst ging es jahrelang ähnlich: Essen war das Erste, was ich getan habe, wenn ich abends nach Hause gekommen bin – egal ob ich Hunger hatte oder nicht.

Ich brauchte das Essen zum „Runterkommen“.

Falls du dich jetzt ertappt fühlst – keine Sorge, du bist nicht allein. Dieses Thema begegnet mir im Coaching immer wieder.

Warum überfällt uns gerade abends dieser Drang zu essen, wenn wir doch eigentlich müde und gar nicht hungrig sind? Meiner Erfahrung nach gibt es vier Gründe, die uns zum Essen bringen, während wir in Wirklichkeit Entspannung und Ruhe bräuchten.

Der Nachholeffekt

Gerade wenn Menschen abnehmen wollen, treffen sie häufig in der ersten Tageshälfte vermeintlich „gesunde“ Entscheidungen, die sich später rächen. Da fällt schnell mal das Frühstück aus oder es gibt zum Mittagessen nur einen Salat. Schließlich wollen sie ja Kalorien sparen. Doch die Zeche zahlen sie dann am Abend: Der Körper fordert schließlich irgendwann Energie (zurecht). Und auch mental sind sie müde. Immerhin haben sie sich den ganzen Tag „am Riemen gerissen“ – jetzt haben sie sich doch wirklich mal was verdient! Und schon holen sie die mühsam eingesparten Kalorien innerhalb von 10 Minuten stehend vor dem Kühlschrank wieder rein.

Essen entspannt

Für viele Menschen ist Essen gekoppelt mit einem Gefühl der Entspannung und der Zuwendung. Vielleicht haben sie schon als Kind gelernt, dass die Atmosphäre zu Hause während des Essens besonders sicher und geborgen war. Vielleicht wurden sie auch mit einem Bonbon getröstet statt mit Liebe und Empathie. Selbst wenn sie das heute nicht mehr aktiv erinnern, kann das doch im impliziten Gedächtnis fest verankert sein.

Gleichzeitig haben viele Menschen nicht gelernt, wie sie ohne Essen entspannen können. Einfach auf der Couch liegen, sich zu einem Nickerchen zurückziehen oder die Füße hochlegen – all das kann in früheren Zeiten als „faul“ abgestempelt worden und innerlich mit dem Etikett „so was macht man nicht“ belegt sein. Mit fatalen Folgen, denn so wird die dringend benötigte Erholung schier unmöglich.
Wer allerdings isst, „tut“ ja etwas scheinbar Sinnvolles und liegt nicht nur „unnütz herum“.

Gefährliche Ruhe

Wer unbewusst darauf bedacht ist, möglichst nicht mit seinen Gefühlen oder Gedanken in Kontakt zu kommen, der meidet echte Entspannung, weil er ahnt, dass sie „gefährlich“ werden könnte. Wenn der Körper zur Ruhe kommt, können Türen aufgehen, die wir lieber nicht öffnen möchten. Unter der Bewusstseinsschwelle sind alte Verletzungen, Streitereien oder andere Wunden angesiedelt, an die wir nicht ranrühren müssen, solange wir uns beschäftigen. Essen kann hier eine – unbewusste, aber sehr wirkungsvolle – Strategie sein, um nicht mit dem in Kontakt zu kommen, was vielleicht Schmerzliches in uns ist.

Der Nachteil an diesem Überlebensmechanismus ist, dass wir niemals wirklich entspannen können. Ein Teil von uns ist immer in Hab-Acht-Stellung und stets bereit, uns zu einer Tätigkeit anzutreiben, die uns von unserem Inneren ablenkt. Zum Beispiel zum Essen.

Macht der Gewohnheit

Unser Gehirn ist ein wunderbares Organ: Es möchte uns das Leben so leicht wie möglich machen. Daher automatisiert es Abläufe, die immer wiederkehren. Sonst müssten wir jedes Mal, wenn wir uns ins Auto setzen, überlegen, wo der Rückwärtsgang ist.

Wenn wir Dinge wiederholen, legt unser Gehirn sie besonders gut ab, um jederzeit darauf zugreifen zu können, sobald die bekannte Situation auftaucht. Der Auslösereiz, der die gelernte Handlung dann ins Rollen bringt, kann ein spezieller Ort sein, eine Tageszeit oder eine Tätigkeit, die zuvor erfolgt.
Das nennen wir dann Gewohnheit.

Vielleicht kommt der erste Gedanke ans Essen schon auf, wenn sich jemand nach der Arbeit ins Auto setzt, um nach Hause zu fahren. Denn unser Gehirn weiß ja, was die letzten 67 Male passiert ist und möchte uns möglichst gut auf das vorbereiten, was wahrscheinlich kommt. Je häufiger wir etwas wiederholen, desto mehr trainieren wir unser Gehirn darauf, genau das auch in Zukunft zu tun.

 

Vielleicht magst du für dich heute überlegen: Welcher der vier Punkte trifft auf dich am meisten zu? Oder ist es eine Kombination aus verschiedenen, vielleicht sogar allen Punkten?

Wenn du magst, schreib mir gerne über deine Erkenntnisse. Ich lese jede Nachricht!

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Nina Veit Coach Emotionales Essen

Nina Veit

Meine Vision ist es, dass jede Frau Frieden mit ihrem Körper schließen kann und lernt, ihn so zu nähren, dass überflüssige Kilos einfach gehen können. Dabei dürfen alle Glaubensmuster und Verletzungen, die uns in alten Mustern festhalten, nach und nach geheilt werden.

Ich bin psychologischer Coach mit Schwerpunkt auf traumsensibler Arbeit, zertifizierte Ernährungsberaterin, Trainerin für tansformative Gesprächsführung, Fitness-Coach und Unternehmerin.

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