Protein-Hype beim Abnehmen – wirklich nötig?

Warum du dir mit Proteinshakes & Co. keinen Gefallen tust

Der Protein-Hype ist gerade überall. 2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag sollen es angeblich sein. Das mag für ambitionierte Bodybuilder sinnvoll sein – aber für Menschen, die einfach ein paar Kilo verlieren möchten, ist das meist völlig überzogen.

Zeit für ein paar unbequeme Wahrheiten.

1. Mehr Protein macht keine Muskeln

Muskeln wachsen nicht, weil du Quark isst.
Sie wachsen, wenn sie einen Trainingsreiz bekommen.

Ohne gezieltes Krafttraining passiert – nichts.

Wenn du regelmäßig Krafttraining machst: großartig.
Wenn nicht: Vielleicht wäre das der sinnvollere Hebel als der nächste Proteinshake.

Protein ist Baumaterial. Aber ohne Bauplan und Bauarbeiter (aka Training) bleibt es einfach nur Material.

2. Du brauchst keine Shakes, um ausreichend versorgt zu sein

Selbst wenn du Krafttraining machst, brauchst du in der Regel keine Riegel, keine Pulver und keine fancy Drinks. Eine normale, ausgewogene Ernährung reicht völlig aus.

Und jetzt kommt der Teil, den viele nicht hören wollen:

Dein Körper kann die meisten Aminosäuren – also die Bausteine der Proteine – selbst herstellen. Nur einige wenige sogenannte essentielle Aminosäuren müssen über die Nahrung zugeführt werden. Und die bekommst du problemlos über eine abwechslungsreiche Ernährung.

Du musst also nicht permanent rechnen, tracken oder panisch googeln:
„Hatte mein Mittagessen 27 oder nur 23 Gramm Eiweiß?“

3. Viel tierisches Protein ist nicht automatisch gesund

Eine dauerhaft sehr hohe Zufuhr tierischer Proteine kann den Stoffwechsel belasten. Die Nieren müssen Abbauprodukte wie Harnsäure verarbeiten. Außerdem stehen stark tierproteinlastige Ernährungsformen im Verdacht, entzündliche Prozesse im Körper zu fördern.

Und ein Punkt, über den selten gesprochen wird:
Je nach Herkunft können über tierische Produkte Rückstände wie Antibiotika aufgenommen werden.

Das heißt nicht, dass du nie wieder tierisches Protein essen darfst.
Aber „viel hilft viel“ ist hier definitiv kein kluger Ansatz.

4. Pflanzen können das auch – und zwar richtig gut

Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, Saaten und sogar Gemüse wie Brokkoli oder andere Kohlsorten liefern dir wertvolles Eiweiß.

Und bevor jetzt jemand sagt: „Aber Muskeln?!“

Die größten und stärksten Tiere der Erde sind reine Pflanzenfresser:

  • Afrikanischer Elefant
  • Breitmaulnashorn
  • Westlicher Flachlandgorilla

Keine Steak-Diät. Keine Proteinshakes.
Nur Pflanzen.

Was du wirklich brauchst, um abzunehmen ist nicht mehr Protein. Sondern:

  • eine langfristig gesunde Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • und ein Lebensstil, der zu dir passt

Abnehmen ist kein Eiweiß-Wettbewerb. Es geht nicht darum, jeden Tag ein Grammziel zu knacken. Es geht darum, Gewohnheiten zu verändern, die du auch in fünf Jahren noch leben kannst.

Wenn dich dieser Artikel ein kleines bisschen von der Sorge „Hab ich heute genug Protein bekommen?“ befreit hat – dann hat er seinen Job gemacht.

Und vielleicht darf der Magerquark jetzt auch mal Pause machen.

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Nina Veit Coach Emotionales Essen

Nina Veit

Meine Vision ist es, dass jede Frau Frieden mit ihrem Körper schließen kann und lernt, ihn so zu nähren, dass überflüssige Kilos einfach gehen können. Dabei dürfen alle Glaubensmuster und Verletzungen, die uns in alten Mustern festhalten, nach und nach geheilt werden.

Ich bin psychologischer Coach mit Schwerpunkt auf traumsensibler Arbeit, zertifizierte Ernährungsberaterin, Trainerin für tansformative Gesprächsführung, Fitness-Coach und Unternehmerin.

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