Kein Wiegen und Tracken mehr

Warum dich tägliches Wiegen und Kalorienzählen nicht zum Ziel bringen

Wenn ich mit Klientinnen beginne zu arbeiten, ermutige ich sie zu zwei Dingen:

  1. Pack die Waage weg – zumindest für die Zeit unseres Coachings.
  2. Lass das Tracking sein.

Zu Beginn bekomme ich oft Sätze zu hören wie „Aber ich habe durch Tracking schon abgenommen.“

Das glaube ich. Gleichzeitig weiß ich, dass die Abnahme nicht von langer Dauer sein wird. Denn alles, was dir Stress macht, führt dazu, dass dein System irgendwann dagegen rebelliert.

Wiegen und Tracken sind tatsächlich große Stressoren und bringen dich eher dazu, mehr zu essen.

  • Wenn du weniger wiegst, freust du dich – und greifst eher zum Essen, denn du hast es dir ja verdient.
  • Wenn du mehr wiegst, bist du gefrustet – und greifst eher zum Essen, denn „das bringt ja eh alles nichts.“
  • Wenn du noch Kalorien „übrig“ hast, suchst du nach etwas, was du dir noch gönnen kannst.
  • Wenn du schon über deinen Kalorien bist, fängst du an zu tricksen und schreibst es eben nicht auf.

Deine Gedanken drehen sich ständig ums Essen. 😱

Was passiert, wenn du von beidem Abstand nimmst?

Bei vielen kommt zunächst eine Phase der Verunsicherung. Eine Angst, allein dadurch zuzunehmen, dass man sich nicht mehr wiegt.

Und dann kommt eine Entspannung im System an.
Da ist plötzlich Raum für neue Gedanken und Körperempfindungen.

  • Wie bekommt mir dieses Essen?
  • Wie schmeckt mir dieses Lebensmittel?
  • Bin ich gerade müde oder hungrig?
  • Wie geht es mir eigentlich gerade – wirklich?

Es entsteht eine Verbindung zum eigenen Körper, die vorher durch all die Zahlen und Regeln wie blockiert war.

Aus dieser Verbindung kann etwas entstehen, was so viele verloren haben: Vertrauen in den eigenen Körper und ein Gefühl der Partnerschaft. Denn dein Körper ist so viel mehr als eine „Maschine“, die mit Zahlen kontrolliert und gemaßregelt werden muss.

Dein Körper ist dein Zuhause, ein unendlich intelligentes Geschöpf, deine Heimat in diesem Leben.

Dein Körper möchte dich dabei unterstützen, dieses Leben in Fülle und Freude zu leben. Er hat kein Interesse an Essanfällen und überflüssigen Kilos.

Du musst nicht gegen ihn kämpfen. Du darfst ihn als Verbündeten erleben.

Das wünsche ich mir von Herzen für dich.

Essensregeln vs. Bedürfnisse

Unser Kopf ist voller Regeln. Wie sinnvoll sind sie – und was bewirken sie in uns?

Du stehst in der Küche, machst den Kühlschrank auf – und willst eigentlich nur eins: etwas essen.

Und dann geht sie los, die innere Talkshow:

  • „Ist das jetzt wirklich Hunger oder nur Appetit?“
  • „Wo ist das Protein?“
  • „Nach 18 Uhr?“
  • „Heute hattest du doch schon Kohlenhydrate.“

Ich habe dieses unaufhörliche Gedankenkarussel JAHRELANG gehabt. Als würde jemand in meinem Kopf sitzen, der ständig alles kommentiert, was ich esse.

Und ich kann es dabei im Grunde nur falsch machen.

Was uns oft mehr stresst als das Essen selbst, sind die unzähligen Regeln in unserem Kopf. Über Jahre gesammelt. Aus Diäten, Podcasts, Social Media, gut gemeinten Kommentaren, alten Vorsätzen.

Dabei hatte jede einzelne Regel wahrscheinlich mal einen guten Zweck:
Gesünder sein. Disziplinierter sein. Endlich „im Griff“ haben, was man isst.

Nur irgendwann passiert etwas Seltsames:
Wir wissen plötzlich alles über Ernährung – aber immer weniger über uns selbst.

  • Wir essen nach Uhrzeit statt nach Hunger.
  • Wir essen Dinge, die uns eigentlich gar nicht schmecken, weil sie angeblich beim Abnehmen helfen.
  • Oder wir essen weiter, obwohl wir eigentlich etwas ganz anderes bräuchten.

Darüber haben wir den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen verloren. Und genau da liegt der Wendepunkt. Denn die Lösung ist eben nicht, dass wir noch mehr wissen müssen.

Die Lösung liegt eine Etage tiefer

in deinem Körper. Und der braucht in erster Linie eine verlässliche Versorgung mit Nährstoffen und Energie. Regeln wie „nur wenige Kohlenhydrate“ oder „nach 18h nichts mehr essen“ sorgen für einen gefühlten Notstand in deinem Körper – und der reagiert darauf eher mit Heißhunger als mit weniger Kilos.

Dein Körper ist auch ein Kompass für deine Bedürfnisse. Er zeigt sie dir ziemlich genau an – wenn du wieder lernst, hinzuhören. Vielleicht magst du das direkt mal machen und dich fragen:

  • Was brauche ich gerade wirklich?
  • Habe ich echten Hunger?
  • Oder vielleicht vielmehr Durst?
  • Muss ich mal…? (Ja, auch das ist ein Grundbedürfnis, das in der Hektik des Alltags oft zu kurz kommt!)
  • Eine Pause?
  • Trost?

Das klingt simpel, ist aber für viele von uns ungewohnt.
Weil wir so lange damit beschäftigt waren, Regeln zu befolgen, statt uns selbst zuzuhören.

Vielleicht darf die neue „Regel“ eine andere sein:

Ich übe wieder zu spüren. Ich kümmere mich um mich – nicht um Ernährungsideale.

Ende des Blogbeitrags
Teile diesen Beitrag, wenn Du denkst, dass er jemandem hilft.
Nina Veit Coach Emotionales Essen

Nina Veit

Meine Vision ist es, dass jede Frau Frieden mit ihrem Körper schließen kann und lernt, ihn so zu nähren, dass überflüssige Kilos einfach gehen können. Dabei dürfen alle Glaubensmuster und Verletzungen, die uns in alten Mustern festhalten, nach und nach geheilt werden.

Ich bin psychologischer Coach mit Schwerpunkt auf traumsensibler Arbeit, zertifizierte Ernährungsberaterin, Trainerin für tansformative Gesprächsführung, Fitness-Coach und Unternehmerin.

Weitere Blogbeiträge